In neuem Licht erstrahlen

von Freya Mohr

Leuchten können weitaus mehr, als nur Räume beleuchten. Je nach Design verleihen sie den Räumlichkeiten eine individuelle und persönliche Atmosphäre. Folgender Beitrag zeigt, wie aus alten und antiken Auto- und Motorradteilen originelle Leuchten entstehen.

Alte Vergaser, kaputte Zündverteiler, ausgediente V8-Wasserpumpen – das ist doch Schrott, denken die meisten. Nicht aber Roland Weibel: Der Schweizer kreiert aus alten Teilen neue Leuchten. Seine Inspiration findet er dabei im Steampunk – die Stilrichtung tauchte als literarisches Phänomen zum ersten Mal in den 1980er-Jahren auf mit Vertretern wie K. W. Jeter und James Blaylock. Seitdem hat sich das Phänomen zu einem Kunstgenre und einer Subkultur entwickelt. Merkmale sind vor allem dampf- und zahnradbetriebene Mechanik und das viktorianische Zeitalter, was sich zu einem Retro-Look verbindet. Auch eine gewisse Do-it-yourself-­Mentalität gehört zum Steampunk.

Leuchten im Retro-Look
Roland Weibel begann vor drei Jahren seine Ideen umzusetzen und gründete Waterpipe-Design. Der gelernte Mühlenbauer und Technik-­Enthusiast verwendet unter anderem alte Vergaser, Harley-Davidson-­Tanks, Vintage-Ohmmeter und Wasserpumpen, um daraus die verschiedensten Leuchten herzustellen. So erhalten ausgediente Auto- und Motorradteile bei ihm einen neuen Verwendungszweck und erscheinen in einem ganz anderen Licht. Aus Retro-Wasserrohren entsteht eine Ständerleuchte, bei der sich durch Drehen des Wasserhahns das Licht an- und ausschalten lässt. Luftfilter dienen als Lampenschirm und ein Servopumpen-Pulley fungiert als Standfuss einer Tischleuchte. Auch Vergaser aus GM V8 mit Chromluftfilter finden bei Roland Weibel einen neuen Zweck: Mit einem aufgesetzten Wasserrohr und Lampenschirm dient er als Fuss für eine Leuchte. Genauso ist das mit einem Vintage-Ohmmeter aus den 1900er-Jahren möglich oder einer Harley-Davidson-­Tankhälfte. 

On the Road
In seinem Showroom in Willisau präsentiert und verkauft er seine Kreationen auf Voranmeldung. Ausserdem ist er drei bis vier Mal pro Jahr mit seinem Waterpipe-Design auf Messen und Shows unterwegs, beispielsweise auf der Man’s World in Zürich, im Sport Rock Café in Willisau oder im Ace Cafe Luzern bei Rothenburg. An seinen Verkaufsständen gibt es nicht nur Leuchten, sondern auch sogenannte Tupperware for men aus alten Munitionskisten, filigranen Schmuck aus Zahnrädern und Flaschenöffner aus Patronenhülsen zu kaufen.

www.waterpipe-design.ch

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