Unternehmertum, Kunst und Kommerz

«Geschäftsführer»: Wie kamen Sie auf die Idee ein Tourneetheater zu gründen?
Adrian Steiner: Es liest sich vielleicht fast ein wenig ­kitschig: Aber ein Zelt als Veranstaltungsort ist ein Jugend­traum von mir. Die Themen Theater und Zirkus haben mich seit Kindstagen fasziniert. Und schon als Zwölfjähriger hatte ich mit meinen Brüdern den Basler Jugendzirkus «Quartier Circus Bruderholz» gegründet. Jahre später sollte sich an der Expo.02 mein Kindheitstraum tatsächlich realisieren lassen. Ein Traum, den wir bis heute leben.

Was ist Ihre unternehmerische Vision und wie setzen sie diese um?
Unsere Vision war es, eine lebendige Plattform für Künstler und Kulturliebhaber aufzubauen, die schweizweit ebenso unterschiedliche wie authentische Kultur-Erlebnisse in einmaliger Atmosphäre bietet. Heute ist DAS ZELT ein mobiles, für mich spektakulär schönes Tournee­theater mit populärem Programm, hochwertiger Infrastruktur und einer ausgezeichneten Gastronomie. Dafür haben wir 14 Jahre lang hart gearbeitet.

Gibt es einen inhaltlichen Leitfaden für Ihr Programm?
Unsere DNA ist «Comedy, Circus und Concerts.». Im Comedy-­Bereich zeigen wir seit Jahren die besten und erfolgreichsten Künstler der Schweiz. Nach und nach haben wir das Programm ergänzt mit ­zirzensischen Dinnershows, Konzerten namhafter Stars und einem Nachmittagsprogramm für Familien mit Märchen und Zaubereien. Auch produzieren wir heute eigene Shows wie den «Rock Circus» mit Christa Rigozzi oder den «Classic Circus» mit dem renommierten ­Orchester des ­Musikkollegiums Winterthur.

Sie waren ja internationaler Fahrradartist. Treten Sie selber auch noch auf wie es z. B. Freddy Knie tut?
Um im Bereich der Fahrradkunst auf Weltklasse Niveau und international relevant zu sein, musste ich im Minimum vier Stunden täglich trainieren. Ich bin froh, dass ich dies nicht mehr machen muss. Auch würde mir die Zeit fehlen. Die investiere ich mit voller Energie und Leidenschaft in das Führen und Entwickeln von DAS ZELT. Und fühle mich – ehrlich gesagt – auch ganz wohl in dieser weit weniger exponierten Funktion hinter den Kulissen.

Was sind ihre Führungsprinzipien und wo haben sie diese erlernt?
Ich entwerfe die Vision und definiere die strategischen Ziele. In der operativen Umsetzung schenke ich dann meinen Mitarbeitern viel Vertrauen und Gestaltungsspielraum. Dabei fordere ich vom Team eine hohe Leistungsbereitschaft und Motivation.

Sind Sie ein guter Chef?
Wahrscheinlich bin ich ein atypischer Chef. Ich bin ein kreativer Kopf und Stratege zugleich und verfolge konsequent eine unternehmerische Vision. Das bedingt eine Geschäftsleitung mit führungsstarken Persönlichkeiten, die mich ergänzen und permanent herausfordern.

Gibt es international irgendwelche Vorbilder für ihr Unternehmen?
DAS ZELT ist weltweit ein Unikum. Es ist ein Zelt, das kein Zirkus ist. Eine Bühne, auf der nicht klassisches Theater gespielt wird. Mit einem Programm, das jeden Abend wechselt. Eine Show-Location, die ständig auf Achse ist. Eine Mischung aus Kleintheater, Hallenstadion und Event-Restaurant. Mit Rockstars, Comedians, Interpreten verschiedener Genres und Märchenerzählern.

Wen würden sie gerne im Zelt auftreten sehen? Gibt es einen Traumact?
Nicht ohne Stolz kann ich sagen, dass wir die bekanntesten und erfolgreichsten Comedians der Schweiz schon auf unserer Bühne haben durften. Zurzeit investieren wir viel in unsere Konzerte und buchen vermehrt auch internationale Acts. Nena, Andreas Bourani, Candy Dulfer und Kaya Yanar sind einige Beispiele dafür.

Was sind ihre Zukunftspläne? Expandieren Sie ins Ausland?
Es ist durchaus möglich und gut vorstellbar, dass wir ins nahe Ausland expandieren. Konkret sind diese Pläne aber noch nicht. Ansonsten wollen wir ganz einfach unseren Gästen ein einzigartiges Kultur- und Showerlebnis im schönsten Tourneetheater der Schweiz bieten, heute wie zukünftig.

Weitere Informationen:
www.daszelt.ch

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