Kein Event ohne Adäquate Technik

Interview mit Thomas Schärer, CEO | von Urs Huebscher

Die Wanderdisco «Disco Opera» ist vielen ein Begriff. Und es gibt sie heute noch, doch in anderer Form: Die aus der Eventreihe entstandene Opera AG in Glattbrugg ist ein Technologie-, Multimedia- und Veranstaltungsdienstleister. Die Firma betreut jährlich mehrere hundert Projekte.

Kaum eine Veranstaltung kommt ohne ein gewisses Mass an Technik aus. Manchmal genügen eine Audioanlage und ein Beamer, damit ein Redner im ganzen Raum verstanden wird und seine Ausführungen bildlich unterstützt werden, und sei es nur durch eine relativ einfache PowerPoint-Präsentation. Doch Veranstaltungstechnik ist natürlich viel mehr als das. Immer neue, ausgeklügelte Techniken und vor allem die Digitalisierung eröffnen neue und bisher ungeahnte Möglichkeiten, um Bild, Ton, Licht und damit den Event selber erfolgreich und überraschend in Szene zu setzen.

Herr Schärer, in den 1990er-Jahren entstand aus einer Wanderdisco Ihre Firma?
Ja, die Ursprünge der Wanderdisco «Disco Opera» liegen über 30 Jahre zurück. Damals tourte die 1984 ins Leben gerufene Eventreihe durch die Deutschschweiz und veranstaltete in gemieteten Räumen die damals sehr beliebten Discos. Nach der Übernahme im Jahr 1992 durch Markus Hofer entwickelte er das Unternehmen konsequent zum Veranstaltungsspezialisten. 2015 übernahm ich die Firma und erweiterte das bestehende Opera-Team um drei branchenerfahrene Mitarbeitende.

Was bewegte Sie zur Übernahme der Opera AG?
Ausschlaggebend für meinen Kaufentscheid war die Übereinstimmung der gelebten Werte des Vorbesitzers. «Bewährtes erhalten und durch Neues ergänzen», nenne ich unseren Grundsatz. Für mich war es wichtig, die aufgebauten Werte zu übernehmen. Zu diesen Werten gehören Teamwork, Partnerschaft und Loyalität genauso wie eine flache Organisationsstruktur. Die Professionalisierung der noch jungen Veranstaltungstechnik-Branche, ist für die ganze Live-Communication-Branche von hoher Wichtigkeit. Einer unserer Beiträge dazu ist unser Engagement in die Ausbildung von Lehrlingen im Beruf, des erst seit kurzer Zeit existierenden Berufsbildes Veranstaltungsfachmann/-frau. Wir streben nachhaltiges Wachstum an. Somit priorisieren wir qualitative Aspekte vor kurzfristigen Marktanteilszielen.

Beschreiben Sie uns kurz Ihre Philosophie?
Seit mehr als 20 Jahren begleitet Opera Eventveranstalter und -agenturen, Grossfirmen, KMU und Private von der ersten Idee bis zur technischen Umsetzung am Anlass. Wir stehen unseren Kunden partnerschaftlich, diskret und verlässlich zur Seite, schaffen Erlebnisse und ermöglichen Storytelling für alle Sinne.

Wir legen Wert darauf, keine Unterschiede zu machen zwischen «Pharma-Multi und Otto Normalbürger, zwischen Millionenbolzer und Sparkässeliplünderer». Unser Schwerpunkt liegt im Bereich kleiner bis mittelgrosser, auf den Kunden massgeschneiderter Projekte.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie aktuell und wie viele Events machen Sie pro Jahr?
Wir haben 17 festangestellte Mitarbeitende und betreuen jedes Jahr mehrere hundert Events. Zudem sind wir offizieller Veranstaltungspartner der Flughafenregion, einem Wirtschaftsnetzwerk aus rund 400 Firmen, zehn Städten und Gemeinden und elf Verbänden. Ebenso sind wir Eventpartner des Schweizerischen Marketingtages, welcher jeweils im März im KKL in Luzern mit mehr als 1’000 Besuchern durchgeführt wird.

Wo liegen die Herausforderungen in Ihrem Metier?
Der Markt für Veranstaltungsdienstleister ist hart umkämpft. Wir sind in der gesamten Deutschschweiz tätig. Wir pflegen jedoch auch einen starken regionalen Fokus und können damit Wettbewerbsvorteile erzielen – sei es durch die vereinfachte persönliche Beratung oder Vorteile durch geringe Logistikkosten. Hin und wieder ist Opera aber auch für Beratungs- und Projektleitungszwecke im Ausland tätig, «wenn uns unsere Kunden mitnehmen».

Neben der Planung und Durchführung verschiedenster Anlässe von Business-Events, Messen über Sportveranstaltungen bis zu Hochzeiten vermieten wir auch Material, planen und realisieren Festinstallationen, schulen die Kunden vor Ort in der Bedienung und kümmern uns um die Wartung der installierten Geräte.

Sind Vertrauen und Transparenz in Ihrer Branche wichtig?
Ja sehr, das ganze Business ist stark personenzentriert. Deshalb achten wir darauf, dass unsere Kunden immer wieder die gleichen Ansprechpartner für ihre Projekte erhalten. Sowohl mit festangestellten Projektleitern und Technikern als auch mit Freelancern aus den verschiedensten Fachrichtungen, die seit Jahren für uns arbeiten und unsere Teams ergänzen. Dies ist ein zentraler Punkt, um eine Vertrauensbasis zu schaffen. Schliesslich ist es auch eine wichtige Aufgabe unserer Mitarbeiter, den Kunden den Stress zu nehmen, damit Letztere sich während eines Anlasses auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können.

Und auch wenn es nur sehr wenig gibt, das wir nicht organisieren können, ziehe ich wenn nötig Grenzen. Wenn die für ein Projekt nötigen Kernkompetenzen bei uns nicht intern vorhanden sind, lehnen wir das Projekt ab. In solchen Fällen geht es auch um Transparenz gegenüber dem Kunden.

Was für Anforderungen müssen heute erfüllt werden?
Exakt in der Planung, professionell in der Ausführung, vielseitig in der Ausstattung: Das sind die Anforderungen, welche eine Veranstaltungstechnik auf der Höhe der Zeit erfüllen muss. Wo erfahrene Experten mit hochwertiger Technik am Werk sind, gehen hoch professionelle Events über die Bühne, die lange in Erinnerung bleiben. Was sie heute bietet, ist aus früherer Sicht fast magisch. Bis sich die Magie der Technik an Events entfalten kann, braucht es aber viel Vorbereitung, Kommunikation und Koordination zwischen den Protagonisten eines Events, dem Auftraggeber, den Kreativen und den Technikern. Das ist nicht immer einfach.

Oft kommen noch unvorhergesehene Probleme beim Aufbau vor Ort hinzu, die dann unter Zeitdruck mit viel Improvisationstalent beseitigt werden müssen. In vielen Fällen wäre das vermeidbar, würde die Technik frühzeitig in die Planung miteingebunden. Eine klare Checkliste, von der Technik bereitgestellt, kann die Zusammenarbeit mit der Kreation wesentlich erleichtern. Sie bietet Leitplanken für ein gemeinsames, strukturiertes Vorgehen und kann so helfen, Probleme zu vermeiden.

Was für Technologien sind heute möglich beziehungsweise was erwartet uns in naher Zukunft?
Es ist kaum vorstellbar, dass erst vor etwa 30 Jahren die Zeit der Heimcomputer anbrach. Laptop, Tablets, Smartphone & Co sind heute aus der Arbeitswelt und der Freizeit nicht mehr wegzudenken. Enorme technische Fortschritte gibt es auch in der Veranstaltungstechnik. Die Entwicklung geht auch hier weiter, neue Techniktrends warten auf ihren Einsatz. Ganz allgemein wird es auch in Zukunft wichtig sein, Erlebnisse zu generieren, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Technologisch sind wir an einem Punkt, wo sehr viel machbar ist. Wie in jeder Branche gibt es auch bei der Veranstaltungstechnik Entwicklungen, die sich langfristig durchsetzen, und es gibt kurzfristige Hypes. Während 3-D kurzzeitig enorm gefragt war, hat es sich langfristig nicht durchgesetzt. Was sich durchsetzen wird, weil es um Emotionen und Aha-Effekte geht, ist beispielsweise das Mischen von Technologien wie LED Screens mit Projektion, welches das Ausbrechen aus bekannten Formaten ermöglicht. Das wird immer spannender. Auch das Einbinden von digitalen Onlinetools, wo Inhalte auf allen möglichen Medien übertragen und von dort weiterverarbeitet werden, wird sich durchsetzen. Kollaborative Präsentationen – von der Schulung bis zur komplexen Bühnenpräsentation – ermöglichen, beispielsweise mittels Hologramm-Projektion, die Einbindung von Personen, welche nicht vor Ort sind in eine «quasi live»-Situation. Im Trend ist auch Video-Mapping, Projektionen auf Architektur. Echte Zukunftsrenner werden aber Virtual- und Augmented-Reality sein. Mit diesen Zukunftstechnologien tritt Science-Fiction von der Filmleinwand in die Realität ein.

Opera AG Veranstaltungstechnik

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