Terrassen planen und visualisieren

von Tobias Franzke

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Auf Basis der computerunterstützten Gebäudeplanung entstehen massgefertigte Konzepte für stimmige Aussenwohnräume.

Als Architekten sämtliche Grundrisse und Baupläne noch am Zeichenbrett fertigten, mussten auch die Entwürfe für die Aussenbereiche von Hand erstellt werden. Begabte Zeichner erarbeiteten wunderschöne Skizzen und kunstvolle Ansichten, bei jeder Änderung mussten sie jedoch wieder mühsam von vorne beginnen. Und dabei sind diese Visualisierungen so wichtig für die Bauherrschaft – denn zusammen mit der Besichtigung von Originalmaterialien und handverlesener Pflanzenindividuen entsteht eine konkrete, visuelle Vorstellung des Endergebnisses.

Planung in 2-D oder 3-D
Der Trend zur dreidimensionalen Gebäudedarstellung ist in vollem Gange. Immer mehr Wohnbauten werden bereits in der Planungsphase visu­alisiert, sodass sich auch Inneneinrichtung und Terrassendesign in allen drei Dimensionen darstellen lassen. Zwar ist die Konzeption dadurch aufwändiger, das mit dem entsprechenden Equipment virtuell begehbare Ergebnis liefert aber ein verblüffendes räumliches Resultat.

Die Einschränkungen bestehen vielmals nur in der digital verfügbaren Auswahl von Einrichtungsgegenständen, Pflanzgefässen, Dekoartikeln sowie natürlich den Hauptdarstellern, den individuellen Pflanzen. Grosse Möbelhersteller und Bauausstatter haben den Trend erkannt und sind bestrebt, ihre Produkte mithilfe entsprechender Software bereits in den 3-D-Plänen der Architekten und Designer zu platzieren. Aber gerade kleinere Produzenten hochwertiger Ausstattungsgegenstände und halt­barer Pflanzgefässe tun sich schwer, den technischen Aufwand für eine ansprechende dreidimensionale Ansicht ihrer Erzeugnisse zu stemmen. 

Für die computergenerierte Abbildung verschiedenartiger Pflanzenpersönlichkeiten gilt dies noch mehr – da kein Baum dem anderen gleicht, wäre der Aufwand für eine detaillierte Darstellung enorm. Daher ist die zweidimensionale Planung auf Basis des Wohnungs- und Terrassengrundrisses die am häufigsten verwendete Variante. Die Platzierung von Möbeln, Gefässen und Pflanzen kann damit übersichtlich dargestellt und verändert werden. Die 2-D-Grundrisspläne machen den fliessenden Übergang zwischen Wohnraum und Aussenbereich erkennbar, die Sichtachsen aus dem Wohnbereich und auf der Terrasse deutlich und die Platzverhältnisse klar. So können Garten- und Terrassenplaner den Bewohnern ein präzises Bild und eine Vorstellung vom Raumgefühl des späteren Aussenwohnraumes vermitteln.

Pflanzen als lebende Objekte 
Ein wichtiger Eckpfeiler bleibt bei aller digitalen Darstellbarkeit der persönliche Kontakt zum Gestalter und die individuelle Pflanzenauswahl. Das Planungspapier wird erst bei dem gemeinsamen Rundgang durch die Baumschule mit Leben gefüllt. Entgegen standardisierter Möbelkollektionen besitzt jede einzelne Solitärpflanze ihren ganz eigenen Charme. Eine spannende Drehung im Baumstamm hier, eine ungewöhnliche Verzweigung dort – die Natur bringt unnachahmliche Pflanzencharaktere hervor und vermag es, unterschiedlichste Geschmäcker zu bedienen. Die Auswahl eines solchen persönlichen Lieblingsbaumes wird zum Vergnügen und die Besitzer erfreuen sich später im neuen Wohnumfeld täglich an dessen Anblick.

Bei anderen Materialien wie Pflanzgefässen und Bodenbelägen spielt neben den optischen Eigenschaften – die am besten draussen bei Tageslicht anzuschauen sind – die Haptik eine wichtige Rolle. Wird die griffige Oberfläche der Original­gefässe aus Terracotta d’Im­pruneta geschätzt oder soll es eher etwas ebenmässig Glat­tes sein? Weisen die Steinzeugplatten in Holz­imitat auch die gemaserte Oberfläche von echten Holzdielen auf? Diese Materialen werden erst durchs Anfassen im Wortsinn begreiflich, sodass die Eigentümer schluss­endlich Produkte wählen, die ihnen über viele Jahre gefallen.

Fachgerechte Umsetzung
Im Idealfall wird das Pflanzkonzept vom Urheber umgesetzt. Zeichnet die gleiche Person für Planung und Ausführung verantwortlich, entfallen Schnittstellen, und die Machbarkeit aller Detaillösungen ist von Anfang an sichergestellt. Für ein langfristiges Gelingen ist die fundierte Konzeption ebenso wichtig wie die sachkundige Ausführung. In beiden Bereichen sind Materialkenntnis, gestalterisches Talent und ein reicher Erfahrungsschatz in der Pflanzenverwendung gefragt. Gerade unter den speziellen Bedingungen auf Terrassen muss dem Lebewesen Pflanze und den unterschiedlichen Ansprüchen verschiedenster Arten besonders Sorge getragen werden. Nur wenn sich die grünen Protagonisten dauerhaft wohlfühlen, strahlt der Aussenwohnraum die gewünschte Ruhe und Geborgenheit aus und bietet den Eigentümern eine täglich verfügbare Entspannungszone. 

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