«Mein Erfolg ist kein Zufall»

Christa Rigozzi studierte Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Fribourg, als sie 2006 zur Miss Schweiz gekrönt wurde. Dank ihrem Charme konnte sie während dem Amtsjahr so viele Auftritte, Werbekampagnen und TV-Spots für sich gewinnen, dass sie als erfolgreichste Miss Schweiz aller Zeiten Geschichte schrieb.

Sie jagen von Termin zu Termin. Woran arbeiten Sie zur Zeit?

Meine Haupttätigkeit ist die Moderation, sei es im Fernsehen, im Öffentlichen oder bei privaten Events, denn es ist wirklich etwas, das ich gerne mache. Vor allem weil ich auch in vielen verschiedenen Sprachen moderieren kann. Die Interaktion mit dem Publikum gefällt mir sehr, denn es ist jedes Mal immer was Neues, ein neues Thema, neue Leute, neue Kunden, neue Gäste und das ist für mich eine Herausforderung aber auch wirklich eine Bereicherung.

Hauptsache, es bringt Geld?

Nein ich mache es nicht aus Geldgründen, sondern ich mag Moderieren wirklich, das ist meine Leidenschaft, das ist mein Job. Das Schönste ist eben das ich viele verschiedene Moderationen habe und so ist es immer wieder ein neues Thema und es wird nicht langweilig. Ich kann lerne auch immer viel dazu. Ich sage nicht, ich moderiere nur Wirtschaftliche Anlässe oder Kulturelle Anlässe oder Premieren wegen den VIPs, sondern alles, und das macht mich stark.

Also haben Sie auch Interesse an allem?

Ja, ich habe Interesse an allem, ich moderiere nebst Eröffnungen mit VIPs auch Fernsehsendungen, Unternehmer-Preise oder Forums mit  Topmanagern aus der ganzen Welt – auch auf Englisch. Es ist für mich das Schönste, überall tätig zu sein. Es ist am Schluss auch nur eine einzige Tätigkeit, nämlich die Moderation. Es unterscheidet sich nicht viel, ausser das Drehbuch und die Leute, mit welchen ich arbeite.

Wie erholen Sie sich von all den Strapazen?

Die erste Erholung fängt an, wenn ich fertig mit der Moderation bin, dann gehe ich meistens mit den Leuten was trinken, oder bleibe am Event. Ich erhole mich auch im Auto, wenn ich Musik höre, ich geniesse sogar die Landschaft. Das ist für mich auch Erholung. Pure Erholung ist, wenn ich frei und zuhause bin. Dann versuche ich, meine Batterien wieder aufzuladen. Ich versuche dann, so wenig wie möglich für die Arbeit zu machen. Ich bereite höchstens ein paar Moderationen vor. Mit meinem Hund Gassi gehen, für mich kochen, auswärts essen mit meinen Freunden, das ist auch Erholung für mich.

Ihre Schönheit ist Ihr Kapital. Haben Sie keine Angst, dass Ihre Schönheit eine Tages verblühen könnte?

Die Leute buchen mich nicht meiner Schönheit wegen, auch wenn ich vor 8 Jahren einen Schönheitswettbewerb gewonnen habe. Bei der Moderation reicht es nicht, nur schön zu sein. Da musst du auch etwas im Köpfchen haben. Die Leute buchen mich, weil ich glaubwürdig und zuverlässig bin. Ich mache meinen Job gut und das weiss man. Das hat nichts mit Schönheit zu tun. Sie buchen mich für die Mehrsprachigkeit und für das, was ich kann. Denn das was ich mache ist kein Modelcontest.

Seit 2006 stehen Sie in der Öffentlichkeit, nie bereut dass es so gekommen ist?

Ich habe das nie bereut ich würde gerne alles machen wie ich es gemacht habe. Ich habe in diesen 8 Jahren so viel erlebt. Manchmal überlege ich sogar, habe ich das wirklich gemacht? Eine normale Person wird das so in ihrem ganzen Leben nicht erleben, was ich erlebt habe. Ich bin dankbar für das was ich mache, ich habe meinen Job gefunden. Ich bin sehr glücklich und bereue nichts.

Mir scheint es als ob Sie omnipräsent sind, sei es am TV, Shows, Veranstaltungen, Sie lachen von Plakaten…. Wo bleibt da Ihr Privatleben?

Ich habe ein sehr schönes Privatleben. Ich bin auch oft zuhause, was die Leute vielleicht nicht wissen. Ich habe einen Mann, einen Hund, habe ein Haus gebaut, ich will Mutter werden… Ich denke, Frauen können sich gut organisieren und alles unter einem Hut bringen. Ich kenne auch Businessfrauen, die sind viel unterwegs, arbeiten viel, sind aber gleichzeitig auch noch Mutter und eine unglaubliche Ehefrau. Für mich ist es einfach eine Frage der Organisation. Meine Agenda organisiere ich so, dass ich natürlich auch frei habe und mit meinem Mann und meiner Familie zuhause bin. Das ist mir wichtig. Ich könnte auch nicht drei Monate am Stück arbeiten. Dann würde die Vorbereitung fehlen und ich würde nicht mehr so gut Moderieren können. Es ist wirklich eine Frage der Organisation. Natürlich bin ich oft präsent, aber das sind auch Sachen die aufgezeichnet wurden. Wenn man auf mein Facebook-Profil schaut sieht man wow, Christa ist so oft unterwegs aber gleichzeitig sieht man auch dass ich oft zuhause bin.

Gibt es auch Sachen, Firmen, Produkte welche Sie ablehnen?

Ja, viele. Sonst müssten meine Tage 48 Stunden dauern. Und wenn ein Produkt nicht passt oder ich nicht dahinter stehen kann, dann lehn ich ab. Ich bin sehr glaubwürdig, sehr authentisch. Die Leute, die mit mir arbeiten, schätzen das. Wie kann ich für ein Produkt werben, wenn ich das eigentliche Produkt gar nicht mag? Ich bin da zu ehrlich. Es wäre kontraproduktiv und langfristig nicht glaubwürdig. Meine Stärke ist ja eben die Glaubwürdigkeit.

Sie sind auch bald eine Zürcherin, sind fast jede Woche hier, wie stets mit einer Zweitwohnung?

Ich hatte früher eine Wohnung im Kreis 4, aber es war genau in dem Moment, als ich angefangen hatte mein Haus zu bauen. Und das war wirklich kritisch, ich hatte eine Wohnung hier, im Tessin musste jemand auf die Baustelle aufpassen. Und man darf nicht vergessen, ich arbeite nicht nur in Zürich, sondern auch in Basel, in Genf usw. Vielleicht in der Zukunft, wenn ich mal weniger reise und mehr Zeit habe oder ein längeres Projekt in Zürich ansteht, könnte ich mir vorstellen, wieder eine Wohnung hier zu nehmen.

Sie sind die cleverste aller Ex-Missen. Woran liegt das?

Für die anderen kann ich nicht sprechen, aber was mich angeht ist es sicher die viele Arbeit und der Fleiss. In den acht Jahren habe ich nicht einfach gewartet, dass die Anfragen kommen sondern ich habe hart gearbeitet, habe immer wieder versucht, etwas Neues zu lernen und mich zu verbessern. Ich habe auch versucht, aus meinen Fehlern zu lernen, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Organisation, Bodenständigkeit, den Kontakt zu den Menschen und zu den Kunden. Das ist sicher etwas Wert. Ich bin sehr unkompliziert. Es sind viele Faktoren, welche zusammenspielen und wenn ich meinen Job gut mache, wird das geschätzt.

Wie stellen Sie sich das Familienleben vor – hören Sie dann gar auf zu arbeiten?

Ich liebe meine Arbeit. Hätte ich meine Arbeit nicht in der Öffentlichkeit, hätte ich bestimmt in einer Marketing oder PR-Firma gearbeitet, oder sogar im Ausland. Ich habe schliesslich dafür studiert. Ich werde immer arbeiten. Ich habe nicht so lange studiert, um anschliessend ein Baby zu bekommen und Hausfrau zu werden. Nichts gegen die Hausfrauen, das ist auch toll was sie machen. Aber wenn man studiert und zielgerichtet ist wie ich, wenn man eine Vision hat von der Zukunft und Erfolg haben möchte, dann muss man hart arbeiten. Ich muss mich realisieren können in vielen verschiedenen Bereichen als Frau. Als Ehefrau, als Mutter, als Geschäftsfrau… Ich kann nicht einfach zuhause sein und nichts machen.

Sind Sie stolz, Schweizerin zu sein? 

Sehr sogar. Ich denke, wir leben in einem sehr schönen Land. Klein aber fein. Politisch gute Lage, wir leben in einer Demokratie. Die wirtschaftliche Lage ist auch nicht schlimm, wir können noch zufrieden sein im Gegensatz zu anderen Nachbarländern. Die Ausbildung in der Schweiz ist unglaublich stark. Die Jungen haben eine Chance in der Schweiz, weiter zu gehen, sie haben eine Zukunft. Die Schweiz ist sauber, wir haben Berge, Seen, Städte, bedeutende Orte wie Zürich. Und gleichzeitig auch kleine Dörfchen so wie mein Heimatdorf Monte Carasso. Das gefällt mir sehr. Es ist für mich perfekt, der ideale Ort, wo ich wohnen will.

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