«Jede zweite Reservation online»

Die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft ist eine Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von CHF 11 Millionen. Die ZSG ist als einzige Schifffahrtsgesellschaft komplett in den Zürcher Verkehrsverbund mit seinem Zonentarifsystem integriert. Roman Knecht wurde im Frühling 2015 zum Chef der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft gekürt.

Herr Knecht, Ihre Kursschiffe befördern pro Jahr weit über anderthalb Millionen Menschen über den Zürichsee. Wird dieser Beitrag für den Schweizer Tourismus ausreichend gewürdigt?
Es freut uns, wenn unsere Fahrgäste mit uns und unserem Angebot zufrieden sind und die Auslastung der Schiffe gut ist. Die überwiegende Mehrheit unserer Fahrgäste stammt aus der näheren Umgebung des Sees und der Stadt Zürich.

Ihre Kursschiffe verbrauchen über eine Million Liter Treibstoff pro Jahr. Werden die sehr tiefen Spritpreise und das gute Wetter im 2015 für einen Rekordgewinn sorgen?
Die Treibstoffkosten machen nur 9 Prozent der Gesamtkosten aus. Tiefe Treibstoffkosten wirken sich daher nicht alleine auf ein gutes Ergebnis aus.

Ihre Schiffe müssen ständig auf den neusten technischen Stand gebracht werden. Nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch aus Gründen des Marketings. Wie sehr geht das handkehrum ins Geld?
Die Instandhaltungskosten sind stark abhängig von den geplanten Um- und Sanierungsprojekten. Die Kosten dafür variieren in unserer Gesellschaft zwischen 3 und 5 Mio Franken jährlich.

Ich nehme an, am teuersten ist der Einbau eines neuen Motors, wie jetzt bei den Motorschiffen Albis, Pfannenstiel und Uetliberg geschehen?
Neumotorisierungen waren bisher am teuersten. Die für diesen Winter geplante Renovation vom MS Linth ist jedoch knapp vier Mal teurer als ein neuer Motor vom MS Albis.

Betrifft Sie eigentlich auch die unsägliche Diskussion über die Zwangsruhepausen für Fahrpersonal?
Die Pausenregelungen gemäss Arbeitszeitgesetz sind bei den Mitarbeitenden nicht beliebt. Sie sorgen für lange Dienste und weniger effektive Arbeitszeiten.

Wieviel Prozent Ihres Ticketverkaufs geht denn mittlerweile online?
Wir haben kein komplettes Bild, da wir voll integriert in den Zürcher Verkehrsverbund ZVV sind. ZVV-Billetts sind auch auf dem Schiff gültig. In unserem Direktverkauf wickeln wir mittlerweile schon fast jede zweite Reservation online ab.

Für 2‘780 Franken ab drei Stunden kann man eines der Motorschiffe auch für Events mieten, inklusive Personal. Wie sieht denn die Auslastung der deutlich teureren Dampfschiffe im Vergleich dazu aus?
Die Auslastung der Dampfschiffe für Extrafahrten ist tief. Wir wollen Dampfschifffahrten auch primär der Allgemeinheit möglich machen.

Die eigene Werft erlaubt es Ihnen bestimmt, sehr viel Geld zu sparen, oder?
Der Werftbetrieb ist eine wichtige Grundvoraussetzung für den Unterhalt unserer Schiffe. Wir können dadurch unser Fahrpersonal ganzjährig beschäftigen und den Unterhalt an unseren Schiffen selber bewerkstelligen.

Roman Knecht wurde nach einem langen Auswahlverfahren am 1. März 2015 zum Chef der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft gekürt, zuvor war er zwei Jahrzehnte bei der Bahn.

Die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) wurde im Jahre 1890/91 unter dem Namen Zürcher Dampfbootgesellschaft gegründet. Seit 1957 heisst das Unternehmen Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft und ist heute eine Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von CHF 11 Millionen. Seit dem 27. Mai 1990 ist die ZSG als einzige Schifffahrtsgesellschaft komplett in den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) mit seinem Zonentarifsystem integriert.

Weitere Informationen:
www.zsg.ch
www.moneycab.ch

Foto: zvg.

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