Erster Schweizer Store

Einen Anzug der Luxusklasse für nicht einmal 500 Franken? Wer den Store in Zürich besucht, stellt schnell fest: Das ist kein Eröffnungsangebot: Mit einem einfachen Farbcode führt das Unternehmen den stil- und preisbewussten Kunden durch den hell und ultramodern gestalteten Store auf zwei Etagen. Was nicht passt, wird sofort zur Massarbeit. «Wir verarbeiten Baumwolle, italienische Wolle und Kamelhaar auf eine ziemlich altmodische, aber sehr hochwertige Weise», sagt Fokke de Jong.

Direkt im Store arbeiten professionelle Schneider an Nähmaschinen. Sie machen, was nicht hundertprozentig passt, zur Massarbeit. Kleinere Änderungen werden sofort erledigt, der Kunde kann währenddessen darauf warten.

Die Idee zu Suitsupply entwickelte Fokke de Jong bereits zu Studentenzeiten. Der gelernte Jurist fertigte für seine Kollegen günstige Massanzüge. Die Stoffe dazu besorgte er sich in Mailand, indem er dort die Restbestände aufkaufte. De Jong hält seine Preise niedrig, weil er auf ein kostspieliges Vertriebsnetz verzichtet. Er verkauft nur in den eigenen Stores und im eigenen Onlineshop. Seine Stores, die es in neun Ländern gibt, eröffnet er immer einen Steinwurf von den besten Lagen entfernt – die Ersparnis durch die erheblich günstigeren Mieten kommt ebenfalls den Preisen seiner Kollektion und damit dem Endverbraucher zu Gute.

Ein Wachstum von 30 Prozent

Das im Jahr 2000 gegründete Modehaus wird – mit über 55 Läden weltweit, 475 Mitarbeitern und einem gehörigen Online-Geschäft (Anteil von inzwischen 30 Prozent) – in diesem Jahr, verspricht de Jong, beim Umsatz die 100-Millionen-Euro-Marke erreichen, ein Wachstum von 30 Prozent. Tendenz beherzt steigend, dank weiterer Store-Öffnungen und rapide wachsender Web-Nachfrage.

Die Formel für den Erfolg ist, jenseits schriller Werbemotive, bestechend einfach. Sie lautet: Spitzenqualität durch beste italienische Stoffe, cooles Styling, vergleichsweise niedrige Preise.

Edle Stoffe in Randlagen

Aus der simplen Geschäftsidee von einst ist heute ein ausgeklügeltes System für Herstellung und Vertrieb gediehen. Das Prinzip: möglichst flache, möglichst kostengünstige Organisation. De Jong nennt sie vertikale Konzepte. Er meidet Messen und Zwischenhändler, seine Läden platziert er eher in Randlagen der Innenstädte, ohne teure Ausstattung, allerdings sehr geräumig und immer mit einem Schneider mittendrin, der, falls nötig, sofort mit Nadel und Faden Hand anlegen kann. Denn die Kunst der Schneiderei, der Umgang mit feinen Stoffen, die Qualität stehen im Vordergrund.

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